Die Bootstour am 2. Tag findet unter dicken, schweren Wolken statt, die den blauen Himmel nahezu komplett verhängen. Ich rechne jeden Moment mit schweren Schauern und Gewitter. Wir bleiben, bis auf kurze Regengüsse davon verschont… Mit insgesamt acht Leuten sitzen wir in einem kleinen, schnellen Boot und werden von Inselchen zu Inselchen gefahren. Auf der Honeymoon – Insel gibt es ein Lunch mit einheimischen Spezialitäten, dass wir sehr genießen. Es besteht aus gegrilltem Fisch, Obst- und süßem Kartoffelsalat sowie Früchten der Insel – Kokosnuss, Sternenfrucht, Melone, Papaya und Bananen. Sehr lecker. Wir essen von aus Palmenblättern gewebten Tellern auf denen ein Blatt der Bananenstauden liegt, so dass nichts durchfallen kann. Die Entsorgung ist sehr einfach – das aufliegende Blatt wird weg geworfen, denn es ist ja voll biologisch, wie praktisch.
Auf den Inseln laufen viele Krebse herum, die als Häuschen eine Muschel auf dem Rücken tragen. Sieht schon witzig aus, wenn sich auf einmal ein Haufen von Muscheln auf verschiedenfarbigen Beinen auflöst…
An einer Stelle in der Lagune wird dann auch gegen Mittag zum Schnorcheln angehalten. Die Fische sind sofort da und Nicole als Erste im Wasser. Sie erkundet die Umgebung unter Wasser ausgiebig, entdeckt riesige, lebende Muscheln, die auf Nahrung warten und einige Fische. Ich schnorchele auch ein wenig rum allerdings fühle ich mich ein wenig unsicher und so bleibe ich nahe des Bootes. Hier sind einfach massenhaft Seegurken und die finde ich voll ekelig. Sie sind schwarz, rund und dicklich. Sehen aus wie eine lange dicke schwarze Wurst und erinnern mich an Nacktschnecken auch wenn die dagegen klein und zierlich sind. Und Nacktschnecken sind nicht gerade meine Lieblingstiere ;-)
Beim Boot gibt es altes Brot, das ich, knietief im warmen, kristallklaren Wasser stehend, an die Fische verfüttere. Das macht einen Riesenspaß! Denn der Schwarm schwimmt um mich herum, durch die Beine, an denen ich so manchen Fischkörper spüre und sie sind so gierig! Manchmal passiert es auch, dass sie mein Bein probieren – das fühlt sich an, wie ein festeres Kneifen und zu Anfang erschrecke ich mich schon. Bald aber amüsiere ich mich auch darüber köstlich. Ich stehe im Wasser und freue mich einfach… Als Nicole ankommt, werfe ich ein paar Brotkrumen direkt vor ihre Schnorchelbrille und die Fische stürzen sich wie wild darauf. Nicole muss lachen und ich freue mich. Das könnte ich stundenlang machen, denn ich mag es, die Tiere zu beobachten, sie um mich herum zu haben. Sie fressen mir sogar das Brot aus den Händen – ihr Hunger scheint ins unermessliche zu gehen.
Bald ist das Brot alle und die Schnorchelpause um. So geht es wieder zurück in den Hafen. Hier werden wir mit Autos wieder zurück in unser Hotel gebracht. Der Himmel ist immer noch schwer bewölkt und ab und an kommen ein paar Tropfen herunter. Bei alle dem ist es herrlich warm. Wir machen uns einen gemütlichen Tag in unserem Bungalow und haben uns für die noch verbleibenden Tage einfach nur noch Abhängen am Strand vorgenommen…
Und so machen wir es denn auch: Frühes Aufstehen, leckeres Frühstück, Strand – fertig – machen, in den Liegestuhl im Schatten Platz nehmen, wahlweise Hängematte, in die Lagune gucken, zur Abkühlung ins Wasser, Paddeltouren in der Lagune, Spaziergänge auf Sandbänken, fotografieren. Bis in die Abendstunden, dann geht es wieder in den Bungalow, was essen, duschen und auf die Terrasse. Herrlich!
Wir beobachten die Handwerker, die ohne Unterlass die vom Zyklon beschädigten Häuser wieder herstellen und sie mit Körperkraft und Köpfen auf die entsprechenden Plätze bewegen. Wir entdecken die Happy Hour in der Cocktail Bar (siehe Fotos *g*), haben einfach eine super gute Zeit, die natürlich viiiiel zu schnell vergeht. Bald heißt es schon wieder Abschied nehmen und diesmal sind wir so traurig, wie in der ganzen vergangenen Zeit im Ausland nicht – ein Traum, wer hier leben darf oder die Möglichkeit hat, hier immer mal wieder Urlaub zu machen.
Der letzte Tag auf der Insel ist angebrochen, die Taschen gepackt und der Rucksack im Safe abgegeben. Mit Essen und Getränken sowie unseren Badesachen ausgestattet, verbringen wir diesen Tag am Strand, machen noch einmal all das, was wir bereits die Tage vorher gemacht haben ohne das uns langweilig wird. Immer mal wieder rutscht uns der eine oder andere Seufzer heraus und wir sind so froh, dass wir uns für diesen Urlaub hier entschieden haben. Es hat uns einfach nur gut getan!
Bald wird es Zeit sich abreise fertig zu machen. Ich hole meinen Rucksack ab und wir gehen auf die Fähre. Schnell sind unsere Sachen im Anhänger des Autos verstaut und wir sitzen im Minibus. Nach wenigen Minuten sind wir am Flughafen und warten nun auf den Flieger. Es dauert gar nicht lang und wir können ihn hören. Perfekte Landung und die Passagiere steigen aus. Sobald deren Gepäck raus ist, wird unseres rein geworfen und wir können einsteigen. Diesmal sitzen wir ganz hinten und könnten ganz viel sehen. Allerdings wird es jetzt schon langsam dunkel, so dass wir beim Abheben nur noch kurz die Inseln im untergehenden Sonnenlicht erblicken können. Beide sitzen wir traurig im Flieger und bemühen uns, den Blick nach vorn zu richten. In Roratonga müssen wir fünf Stunden warten, bevor es weiter geht. Und dann sind es nur noch sechs Tage in Auckland bevor es ganz nach Hause geht.
Die 220 Kilometer zwischen den Inseln sind schnell überwunden und schon landen wir in Rarotonga. So gut wie kein Betrieb und von unserer Fluggesellschaft, mit der wir zurück fliegen werden, nichts zu sehen. Kein Schalter, kein Hinweis oder irgendwas. Nicole läuft mehrfach alles am Flughafen ab und findet nichts. Das macht sie schon ein wenig unruhig. Ich bin weniger nervös deswegen – wird schon klappen, wir sind ja schließlich mit der gleichen Gesellschaft hier gelandet.
Die Zeit vergeht und auf einmal kommt Leben in die Halle. Am Flugschalter nach Aitutaki wird über das vorhandene Schild das Schild der erwarteten Gesellschaft aufgehängt und schon gibt es einen Schalter für uns. Mit Personal ;-) . Wir warten noch kurz und machen uns dann auf den Weg dahin. Tasche abgeben, Boarding – Pass erhalten, nachweisen, dass wir aus Neuseeland auch wieder ausreisen werden und schon beginnt die nächste Warteperiode.
Wir sitzen draußen, es ist sehr angenehm. Langsam kommen richtig viele Leute hier zusammen, wir sind erstaunt. Dann öffnet auch der Zoll und wir gehen rein. Alles problemlos und nun können wir den Duty – Free – Bereich erobern. Es gibt insgesamt hier vier Läden. Schnaps, Zigaretten und anderer Krimskrams (wie Parfum und so…) und alles echt super billig. Wir können uns nicht einigen und nicht entscheiden, so dass Nicole mir den Stab der Entscheidung und des Einkaufs übergibt. Ich nehme ihn an. Und gehe zurück in den ersten Laden. Dort erstehe ich eine Flasche Kahlua – bin echt auf den Geschmack gekommen – und Zigaretten. Dann sitzen wir wieder draußen und warten darauf, dass es jetzt endlich los geht. Inzwischen ist es nach Mitternacht – Samstag. Und da wir über die Datumsgrenze fliegen, sind wir dann am Sonntagmorgen um halb fünf in Auckland.
Da alle Passagiere so pünktlich da waren, können wir sogar eher abfliegen. Hm, uns wäre es anders herum eigentlich lieber aber da haben wir ja eh keinen Einfluss drauf. Nicht ganz voll, startet der Flieger in den Nachthimmel. Wir versuchen zu schlafen, was uns auch teilweise gelingt. Und tatsächlich sind wir fast eine halbe Stunde zu früh in Auckland. Nun ja, wir werden uns die Zeit schon um die Ohren zu schlagen wissen, bis wir ins Hostel kommen. Und schlendern wir mal wieder auf einem Flughafen herum, schauen uns um und sitzen die Zeit ab. Langsam beginnt es hell zu werden, wir gehen eine Rauchen und der Regen prasselt von oben herab. Wir wollen zurück auf die andere Insel!!!