Vor Nicole, die sich den Wecker gestellt hat, werde ich wach und stehe auf. Bald klingelt auch ihr Wecker und ruckzuck ist sie Autoabgabe – bereit. Wann sie zurück sein wird, ist unklar. Egal, ich bin ja hier. Und so beginne ich unsere noch verstreut herum liegenden Sachen einzusammeln, damit ich gleich nicht mit hundert Tüten im neuen Zimmer stehe. Die Tasche, die Nicole gestern gepackt hat ist megaschwer und ich schleppe ganz schön an ihr. Aber auch sie kommt heile im Zimmer an. Ich verteile unsere Taschen und überlege, dass ich eigentlich die große Tasche gern noch mal neu packen würde. Auch unsere Reisetasche… Aber nicht jetzt, zu viel Gewusel um mich herum. Und gerade habe ich meinen zweiten Kaffee des Tages vor mir stehen, da ist auch schon Nicole wieder da. Sie strahlt – alles gut und glatt verlaufen. Jetzt kann alles gut werden… oder???
Es wird ein entspannter Nachmittag – Nicole liest, ich schlafe. Und als ich wieder wach werde beginne ich mit dem Räumen. Dabei lasse ich mir Zeit und ich bekomme tatsächlich noch weitere Sachen in der großen roten Tasche, die hier auf uns warten wird, unter. Ich bin sehr zufrieden mit mir. So langsam habe ich fast alles verstaut.
Gemütlich draußen sitzend lassen wir den Tag ausklingen – er hat uns gut getan!
Der nächste Tag lässt sich auch gut an – ich habe sehr gut geschlafen! An Ausschlafen ist hier allerdings nicht zu denken ab spätesten acht Uhr wird es lebhaft und rege auf dem Flur vor unserem Erdgeschosszimmer. Egal, da müssen wir jetzt durch. Und ich denke daran, dass wir morgen losfliegen zu unserem kleinen besonderen Inselurlaub. Ist schon irgendwie komisch: wir fliegen morgen los um im heute zu landen… (Übersetzung: Wir fliegen über die Datumsgrenze. Somit starten wir in Auckland am 6. März um halb sieben und landen auf der Insel am 5. März kurz vor Mitternacht…)
Eigentlich sollte dieser Tag nur eine Kopie des gestrigen Tages werden – weit gefehlt, denn Nicoles Rechner ist kaputt gegangen – der Bildschirm hat einen Riss. Er muss also ausgetauscht werden. Dass heißt, quer durch die Stadt laufen und einen Laden finden, in dem sowohl kompetent Personen arbeiten und die das zügig reparieren können. Wir haben eine Adresse in der Nähe des Hafens ausgemacht und diese steuern wir an. Leider ist hier keine wirkliche Hilfe möglich – es ist das Büro von HP und dort werden wohl andere Kunden als wir sie darstellen lieber gesehen. So gehen wir unverrichteter Dinge genauso schlau wie vorher zur nächsten Telefonzelle. Der Service von HP lässt Nicole in der Leitung hängen, denn er hat auch im fünften Anlauf noch nicht verstanden, dass wir nicht in Australien sind…
Nun gilt es eine andere Lösung zu finden und wir laufen – nach meinem Gefühl – nicht nur einmal quer durch die Stadt. Es ist anstrengend, weil heiß und bergauf. Und ich mag nimmer. Hätte ich das vorher gewusst, ich wäre im Hostel geblieben. Irgendwann sind wir dann nach Stunden wieder im Hostel, mein Marathon ist endlich beendet. Für heute ist Feierabend für mich – ich bin geschafft.
Wir sitzen noch draußen entspannt zusammen, bis ich mich in unser Zimmer zurück ziehe… Bald merke ich, wie mir die Augen immer wieder zu fallen. Zeit zu schlafen…